20 Dezember 2012

 
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Verehrte Freunde des Unterirdischen,

das Jahr nähert sich seinem Ende und auch der Maya-Kalender steht kurz vor seinem letzten Eintrag. An dieser Stelle möchten wir uns von allen Besuchern, Unterstützern und Freunden verabschieden, die Schreckliches für den 21. Dezember befürchten. Allen anderen wünschen wir ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Da unser Kalender noch etwas länger Gültigkeit besitzt, haben wir uns entschloßen, dass sich auch in diesem Jahr ein kleiner Rückblick auf das Vergangene lohnt.

 

Flakturm Wilhelmsburg - ein Kraftwerk auf dem Weg zu seiner Vollendung

Im Laufe des Jahres 2012 wurde aus einer schwarzen Ruine ein moderner Betonklotz mit Strahlkraft. Die fast makellose Fassade läßt heute kaum noch erahnen, wie trist und verfallen dieses Bauwerk jahrzehntelang den Stadtteil dominierte. Generationen von Stadtplanern hatten gute Ideen und nichts davon wurde je verwirklicht. Außer einer Dachbegrünung, die dem Bauwerk mehr schadete als den Nachbarn nütze, passierte mit dem Bunker nichts. Erst die Internationale Bauausstellung hatte die politische Wirkung und den finanziellen Rahmen um aus der Bunkerruine nun ein Kraftwerk nach modernen Richtlinien zu formen. Obwohl der Bau große Fortschritt macht, ist der Betrieb nicht in allen Fragen geklärt. Für die in Bau befindliche Gaststätte gibt es bereits einen Betreiber, die ursprünglich geplante Dokumentationsstätte findet jedoch keinen finanziellen Unterstützer.

 

Tornquiststraße 1

 

Aufnahmen: Timo Schiel

 

 

Der Kaufmann-Bunker.

Nach der Unterschutzstellung des Bunkers im April 2010 galt es, das Bauwerk denkmalgerecht zu erhalten. Anfang des Jahres beantragten wir bezirkliche Sondermittel für Baumaßnahmen. Nach gut 50 Jahren waren die alten Stahltüren in den Rahmen festgerostet und ließen sich teilweise nicht mehr öffnen. Außerdem konnten durch große Löcher Laub und Ungeziefer in das Bauwerk eindringen. Ein weiteres Problem stellte einsickerndes Regenwasser dar. Entlang der alten Heizungsrohre drang seit geraumer Zeit Wasser ein. Ausgerechnet im sehr gut erhaltenen Maschinenraum bildete sich bei stärkeren Regenfällen ein Rinnsal quer durch den Raum, weitere Korrosion war das Problem. Im September wurden neue Türen eingebaut, winddicht und einbruchsicher. Noch im November rückte dann ein Bagger an um die undichte Außenwand freizulegen und das Loch der alten Versorgungsleitungen endgültig zu verschließen.

 

 Kaufmann-Bunker 1

 

 Kaufmann-Bunker 2

 

Aufnahmen: T. Schiel / R. Rossig

 

 

Der Tag des offenen Denkmals 2012

Wie im letzten Jahr planten wir die Öffnung des sogenannten Pesthofkellers und des Riedemann-Mausoleums auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Wenige Tage vor Beginn des Denkmaltages erreichte uns eine traurige Mitteilung aus der Friedhofsverwaltung, das Riedemann-Mausoleum sei in Teilen einsturzgefährdet weil Teile der Decke in die Kapelle gestürzt waren. Leider zeigt sich nun der enorme Renovierungsstau am Bauwerk. Am "Pesthofkeller" hielt sich der Besucherstrom anfänglich in engen Grenzen, dem schlechten Wetter sei Dank. Mit dem Ende der Niederschläge kamen die Gäste, die Besucherzahlen vom Vorjahr wurden wieder problemlos erreicht.

 

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Aufnahmen: Timo Schiel

 

Alte Bunker öffnen ihre Türen bzw. müßen Neuem weichen

Im Laufe des Jahres wurden wir zu verschiedenen Bunkeröffnungen eingeladen. In St.Pauli brach ein PKW durch die spärliche Abdeckung eines Röhrenbunkers. Nach einer umfangreichen fotografischen Dokumentation wurde das Bauwerk wieder verschloßen. In Eimsbüttel und Barmbek konnten wir weitere Bauten besichtigen und dokumentieren. Zwei Bunker wurden abgerissen und konnten vorher ebenfalls dokumentiert werden: Im Wiesingerweg wurde ein Hochbunker mühevoll abgerissen, die Firma Beiersdorf braucht Platz. Auch an der Ecke Hoheluftchaussee und Kaiser-Friedrich-Ufer geht es stadtplanerisch endlich weiter. Nach dem Abriss der dortigen McDonalds-Filiale wurde nun der dahinterliegende Röhrenbunker beseitigt, auch diesen konnten wir vorher nochmal ausgiebig dokumentieren. Im Vereinsarchiv ist aber immernoch mehr Platz.....

 

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Aufnahme: R. Rossig

 

Neues aus Schleswig-Holstein

Zum Anfang des Jahres wurde in der Akademie Sankelmark ein Wochenendseminar über den Kalten Krieg in Schleswig-Holstein angeboten. Neben dem Referat verschiedener Experten, konnten wir mit der Organisation dreier Bunkerrundgänge zum Geschehen beitragen. Im Programm war die Besichtigung des Bunkers unter der Akademie, des Ausweichsregierungssitzes in Lindewitt und einer Garagen-

Mehrzweckanlage in der Flensburger Innenstadt vorgesehen und durchgeführt worden. Im August wurden von uns dann noch öffentliche Rundgänge in Lindewitt und Flensburg angeboten.

 

MZA

 

Aufnahme: Timo Schiel

 

Kiel - die Bunker stehen nicht mehr zur Verfügung

Zum Jahresende wurde uns der Vertrag für die Kieler Bunker gekündigt. Wegen der überschaubaren Menge an Bauwerken, geht der Rückbau und die Rückgabe der Bunker schneller voran als beispielsweise in Hamburg. Im Herbst wurde der Bunker in der Werftstraße gänzlich geräumt und in Kürze wird er, als Bundesvermögen, von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf dem freien Markt zum Verkauf angeboten werden.

Ein sehr interessantes Bauwerk war die Mehrzweckanlage Kieler Schloß, eine Garage, welche zu gut 30% als Bunker ausgebaut ist. Trotz erheblicher Mengen an Dreck, war dieses Objekt interessant und gut erhalten. Neben dem Zivilschutzbunker hatte sich eine sogenannte AMASt erhalten, eine ABC Meß- und Auswertestelle. Leider war und ist beides nicht zugänglich, der Rückbau bereits beim Bundesamt beantragt.

 

Eilbeker Weg 126 - ein Bunker wird zu Wohnraum.

Im Eilbeker Weg stehen zwei Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg. Als einzig übriggebliebene Bauwerke bilden sie zwei markante Blickpunkte im Nachkriegsstadtteil Eilbek. Einer dieser Bunker (Hs. 126) wurde zur Mitte des Jahres an ein Bremer Architekten-Unternehmen verkauft. Geplant ist ein Umbau zu mehreren, hochwertigen Eigentumswohnungen. Freundlicherweise wurde uns das Bauwerk für einige Führungen zur Verfügung gestellt, etliche Gäste nutzten die Gelegenheit eines letzten Einblicks.

 

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Aufnahme: Timo Schiel

 

 

Die nächsten Führungen:

 

  • Nächste Führungen durch den Tiefbunker am Berliner Tor

    Sa., 29.12.2012 um 12:00 Uhr / 15:00 Uhr und So., 30.12.12 12:00 Uhr mehr...

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uhweihnachtsgruss

 

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