19 März 2012

 
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Verehrte Freunde des Unterirdischen,

das Jahr begann ereignisreich und darüber wollen wir ein wenig berichten. Für die Forschung ergab sich die Besichtigung dreier Röhrenbunker und für unser interessiertes Publikum eine allerletzte Besichtigung im Hochbunker Wendenstraße. Dann liefen bereits jetzt die Planungen für den Tag des offenen Denkmals an und im hohen Norden wird es ein interessantes Drei-Tage-Seminar zum Thema Kalter Krieg in Schleswig-Holstein geben.

 

Hochbunker Wendenstraße - Der letzte Rundgang

Vor einem viertel Jahr wurde uns der Nutzungsvertrag für den Bunker gekündigt. Schon seit einem halben Jahr wurde das Bauwerk von Altlasten (Luftfiltern etc.) geräumt und eingelagerte Materialien umgelagert. Da der Bunker nur "nutzbar gemacht" wurde, war die Entsorgung eine überschaubare Angelegenheit. Im Vergleich mit der Räumung des Bunkers Hachmannplatz gingen die Arbeiten zügig und preiswert über die Bühne. Weder Betten, Gestühl, Gebrauchsgegenstände, noch Maschineneinbauten oder eine alte Kücheneinrichtung galt es zu entsorgen - auch einen Brunnen gab es nicht. Bei der Umrüstung, zu Beginn der 80er-Jahre, wurde nur das allernötigste im Bunker erneuert: Elektrik, Sanitär- und Lüftungsanlagen und neue Drucktüren wurden ist das unrenovierte Gemäuer eingebaut. Trotzdem erfreute sich der Bunker diverser Nachnutzungen. In ihm wurden einige studentische Projekte verwirklicht, Filme gedreht, Partys gefeiert und schlußendlich auch politisch-historische Rundgänge durchgeführt. Am 25. Februar dieses Jahres gab es dann einen "Tag des offenen Bunkers", gut 100 Gäste nutzten die letzte Gelegenheit eines Einblicks in eines der kuriosesten Kapitel des Kalten Krieges. Trotz spärlicher Ausstattung sollten im Hochbunker Wendenstraße über 2000 Personen die erste Angriffswelle eines Dritten Weltkrieges überleben - ohne Brunnen, ohne Notstromdiesel und ohne jegliches Mobiliar.....

 

 

Aufnahmen: Timo Schiel

 

 

Am Brunnenhof (St.Pauli) - Ein Röhrenbunker gibt nach

Anfang Februar erreichte uns die Nachricht, dass der zugeschüttete Eingangsbereich eines Röhrenbunkers nachgegeben hatte und eine Gefahr für drauf parkende Fahrzeuge besteht. Der Bunker war bereits im Sommer 2009 stark belastet worden, es war ein Teleskopkran drauf abgestellt worden. Die damaligen Arbeiten verliefen glimpflich da die Stützen des Krans auf der deutlich stabileren Betondecke (max. 1 m stark) ruhten. Die zuständige Behörde und das bauausführende Unternehmen war so freundlich, Mitarbeitern des Vereins Zutritt zu gewähren. Im fahlen Licht der Taschenlampen zeigte sich ein klassisches Röhrenschutzbauwerk, welches laut "Führerbefehl" nichteinmal Bunker genannt werden durfte, selbst in der Zeit des Zweiten Weltkrieges sollten keine falschen Vorstellungen über die Sicherheit dieser Bauwerke auftreten - eine konventionelle Fliegerbombe hätte die Decke durchschlagen können. Wie die meisten Bauwerke dieser Art waren auch in diesem Bunker die Eingangstreppen nach dem Kriege mit Schutt angefüllt und die Eingänge anschließend mit einer dünnen Schicht Beton verschloßen worden. Im Bunker konnte man die Spuren der Nachnutzung noch sehr gut erkennen, Jugendliche hatten den Bunker in den 50er und 60er-Jahren als ihr Domizil genutzt und rauschende Partys gefeiert. Von der ursprünglichen Einrichtung waren nur noch vereinzelte Spuren zu erkennen, technisches Gerät war abgängig und vermutlich beim Schrotthändler zu Geld gemacht worden. Einzig die Wandmalereien und ein altes Emailleschild waren stumme Zeugen der Geschichte.

Aufnahme: Timo Schiel

Weitere Bilder des Bauwerks finden Sie auf den Seiten der Sozialennetzwerke Facebook oder Google+, suchen Sie dort bitte nach "unter hamburg e.V." oder benutzen Sie die Links auf der Startseite unserer Webpräsenz

 

 

Flakturm Wilhelmsburg - Es geht voran !

Das Jahr 2013 rückt näher und die Arbeiten im Flakturm gehen voran. Selbst die kalten Tage zum Ende des Jahres 2011 und im Januar dieses Jahres konnten die Bauarbeiten nicht aufhalten. Heizlüfter unterstützten die Betonierarbeiten und im Inneren wuchsen die neu errichteten Stützpfeiler ihren an der Decke hängenden Gegenstücken entgegen, die Statik des Bunkers ist somit wiederhergestellt. Auch der Außenbereich macht Fortschritte, die Ergebnisse der Arbeiten an der Ostseite des Bunkers lassen die zukünftige Optik des "Energie-Bunkers" erahnen. Auf einer Konstruktion aus Bewehrungsmatten wird eine gut 20 cm starke Schicht aus Spritzbeton aufgebracht, die Oberfläche wirkt im Gegensatz zur ursprünglichen Oberfläche fast homogen. In den ehemaligen Geschützbettungen und auf dem umlaufenden "Balkon" wird gegenwärtig mittels Presslufthammer und Sandstrahlgerät der lose Beton beseitigt und angerostete Bewehrungseisen freigelegt. Jahrzehntelanges Eindringen von Regenwasser hat die Eisenbewehrung stellenweise korrodieren und den Beton abplatzen lassen.

 

Aufnahmen: Timo Schiel

 

Der Tag des offenen Denkmals 2012

Wie jedes Jahr findet auch 2012 der Denkmaltag am zweiten Wochenende im September statt. Das große Vorbereitungstreffen der Veranstalter hatte bereits im Januar stattgefunden und auch unter-hamburg wird sich wieder am Denkmaltag beteiligen. Wie in den letzten Jahren werden wir auch dieses Jahr den sogenannten Pesthofkeller und das Riedemann-Mausoleum der interessierten Öffentlichkeit zugänglich machen. Unser besonderer Dank gilt dem Pächter des geschichtlich sehr interessanten Pesthofkellers auf St.Pauli und der Friedhofsverwaltung in Ohlsdorf. Geplant ist die Öffnung des Kellers am Samstag, und des Mausoleums am Sonntag. Die genauen Zeiten stehen noch nicht fest, werden aber auf unserer Internetseite veröffentlicht. Das Programmheft erscheint erst in einigen Monaten, die Onlineversion finden Sie hier

 

 

Endlich eingetroffen - unsere neuen Rundgangsgutscheine

Regelmäßig wurden sie bei uns angefragt und genauso regelmäßig baten wir unsere Gäste, Gutscheine für unsere Rundgänge selber anzufertigen. In Zeiten von A.C.T.A. wollen wir unsere Gäste nicht länger in der Grauzone des Urheberrechtes alleine lassen. Für 9.- ? das Stück versenden wir die anspruchsvoll gemachten Gutscheine frei Haus. Bitte beachten Sie aber trotzdem die Anmeldemodalitäten, unsere Rundgänge sind häufig ausgebucht und ein spontanes Erscheinen nicht empfehlenswert. mehr...

 

 

Schleswig-Holstein im Kalten Krieg

Vom 30.3. bis zum 1.4. findet in der Akademie Sankelmark ein Wochenendseminar über die jüngere Geschichte statt. Schleswig-Holstein wäre im Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung Aufmarschgebiet für Unmengen von Soldaten und Kriegsgerät gewesen, die flache Geographie des nördlichsten Bundeslandes und die enormen Truppenmassierungen in Ostdeutschland ließen dies vermuten. Beleuchtet wird die Lage und der vorbereitete Schutz der Zivilbevölkerung. Ergänzend zum Vortragsteil des Seminars werden drei Bauwerke des Kalten Krieges besichtigt. Die Akademie Sankelmark ist bekannt für ihre gute Küche und die gastliche Unterbringung. Das Seminar kann nur direkt in Sankelmark gebucht werden! mehr...

 

Die nächsten Führungen:

 

  • Nächste Führungen durch den Tiefbunker am Berliner Tor

    Sa., 31.03.2012, 12:00 und 15:00 Uhrsowie
    Sa., 28.04.2012 und 26.05.2012 um 12:00 Uhr mehr...

Weitere Infos: mehr...

Wie freuen uns auf Ihre Anmeldung: mehr...


 

Mitarbeit bei „unter hamburg e.V.“

 

Sie haben historisches Interesse, Spaß im Umgang mit Menschen und interessieren sich besonders für Gebäude im Untergrund und ihre Geschichte? Wie man aktiv im Verein „unter hamburg“ mitmachen kann, erläutert wir auf unserer Homepage auf der Seite mitarbeit. mehr...

Interesse an einer Mitgliedschaft? Melden Sie sich einfach unter Tel. 040 / 682 67 560 oder per E-Mail. Wir laden Sie gerne zu unserem nächsten Vorstellungsabend ein.

 

Informationen über "unter hamburg e.V."

 

  • Der Verein - unsere Zielsetzung mehr...
  • Hintergrund der Arbeit von "unter hamburg e.V."  mehr...
  • Informationen zur Gemeinnützigkeit und Vernetzung von "unter hamburg e.V." mehr...
  • Individuelle Führungen für Gruppen, Betriebe, VHS-Kurse oder Schulklassen können flexibel vereinbart werden mehr... 
  • Wir freuen uns selbstverständlich auch über Informationen von Zeitzeugen, Anregungen sowie ggf. auch Lob und Kritik mehr... 

 

 

unter hamburg e.V.

Tondernstr. 33 a

22049 Hamburg

 

Fon: 040 / 682 67 560

Fax: 040 / 682 67 561

 

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