23 Dezember 2011

 
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Verehrte Freunde des Unterirdischen,

zum Beginn der festlichen Tage möchten wir Ihnen und Euch einen kleinen Jahresrückblick geben. Vieles hat sich in den Hamburger Unterwelten getan, interessantes und leider auch weniger gutes. Wir versuchen darüber, manchmal auch kritisch, zu berichten. Ein Beispiel möge der erste Bericht sein, über eine alte hanseatische Tradition, die schon den berühmten Alfred Lichtwark zu der Äußerung über die "Freie und Abrissstadt Hamburg" bewegte...

 

 

Der Eiskeller in Borgfelde ist nun leider Geschichte

 

Trotz der Proteste aus dem Stadtteil wurde das Gewerbeobjekt Klaus-Groth-Straße 84 und der darunter befindliche ehemalige Lagerkeller der Vereinsbrauerei abgerissen. Obwohl der Lagerkeller in einem sehr guten, nahezu original erhaltenen Zustand war, hat der Bauausschuß des Bezirkes Hamburg-Mitte einstimmig (!) seinen Abriss beschlossen. Das Denkmalamt wußte von dem Objekt bis zur öffentlichen Auseinandersetzung nichts und attestierte somit einen Mangel an öffentlichem Interesse. Da das Bauwerk sehr tief in den Boden ging, wurde es nicht vollständig beseitigt. Mit schwerem Gerät wurde nur die obere Hälfte der Gewölbe abgetragen, geschreddert und die Kellerreste mit dem entstandenen Schreddergut wieder verfüllt. Somit werden wenigstens zukünftige Generationen Reste von dem finden was heute nicht geschätzt wird. Das Projekt "Wohnen am Geesthang" steht somit im wahrsten Sinne des Wortes auf tönernen Füßen. mehr...

 

Aufnahme: Timo Schiel

 

 

 

Flakturm Wilhelmsburg - Ein Bunker wird rekonstruiert

 

Die Arbeiten im Flakturm gehen zügig voran. Nach den umfangreichen Enttrümmerungs- und Aufräumarbeiten werden die weggesprengten Pfeiler nun wieder rekonstruiert. Damit soll die alte Statik im Inneren des Bunkers wiederhergestellt werden, zwei Etagen hingen buchstäblich jahrzehntelang "in der Luft". mehr...

 

 

Aufnahmen: Timo Schiel

 

 

 

Bunker Hachmannplatz - Als Obdachlosenunterkunft ungeeignet.

 

Schon nach wenigen Tagen stand es fest, ein Bunker ist für die Unterbringung von Menschen nicht geeignet. In einem "Notaufnahmeprogramm" eröffnete der ehemalige Bürgermeister Ahlhaus und sein Sozialsenator Wersich den Bunker am Hachmannplatz. Was nach einer menschlichen Geste aussah, diente lediglich der Schadensbegrenzung einer verfehlten Sozialpolitik und einer teuer bezahlten Wahlkampfaktion, deren Kosten die Sozialbehörde nun zu tragen hat. Nach über zwanzigjährigem Wartungsrückstau, war die Inbetriebnahme des Bauwerkes nicht ohne Probleme zu bewerkstelligen. Schon während der Vorbereitung des Bauwerkes als Notunterkunft gab es Grundsatzfragen, die einen wunderbaren Eindruck vermittelten, wie es in einem "Ernstfall" für die Hamburger Bevölkerung ausgesehen hätte.

 

 

 

Aufnahmen: Martin Greese

 

Bunker Hachmannplatz - Das Ende als Schutzanlage

 

Im November 2011 war es soweit, der Schutzraum unter dem Hachmannplatz wurde endgültig geräumt. Sämtliche Sitze und Betten wurden von einem Schrotthändler ausgebaut und abgeholt, die Räume besenrein übergeben. Lediglich die Maschinen befinden sich noch im Bauwerk, der Ausbau wäre zu aufwändig. Zukünftig soll das Bauwerk als Lagerfläche und Museum dienen. Rundgänge können wir dort leider nicht mehr anbieten.

 

 

Aufnahmen: Timo Schiel

 

 

Kaufmann-Bunker in Pöseldorf

 

Die Arbeiten an der Stromversorgung sind fertig, das Bauwerk ist seit 40 Jahren zum ersten Mal wieder beleuchtet. Und schon kommen die nächsten baulichen Probleme ans Licht. Trotz einer 4 Meter dicken Außenwand gibt es Probleme mit eindringendem Regenwasser. Ein weiteres Problem stellen die massiven Türen dar, auch mit dem passenden Schlüßel lassen sie sich nur noch schwer öffnen und der Rost nagt weiter am Material. In Anbetracht der fallenden Temperaturen haben wir uns zu einem weiteren Aufschub des Rundgangsbeginns entschieden. mehr...

 

Aufnahme: Timo Schiel

 

 

Der Tag des offenen Denkmals 2011

 

Auch in diesem Jahr beteiligte sich unter-hamburg am Tag des offenen Denkmals. Unter dem Motto "Das 19. Jahrhundert" wurden diverse Denkmäler für zwei Tage geöffnet. Sowohl der sogenannte Pesthofkeller als auch das Riedemann-Mausoleum fallen in diese Epoche und wurden von uns erfolgreich betreut. Selbstverständlich waren die Rundgänge kostenlos und deshalb auch sehr gut besucht. Am sogenannten Pesthofkeller konnten wir 750 und am Riedemann-Mausoleum 500 Gäste begrüßen.

 

 

 

Aufnahmen: Timo Schiel

 

 

Bunker Wendenstraße - Der Verkauf rückt näher

 

Seit 2006 gehört der Hochbunker Wendenstraße zu unserem Rundgangsangebot. Am 29.2.2012 endet der Mietvertrag und das Bauwerk soll zukünftig an seinen eigentlichen Besitzer zurückgehen, der Bundesrepublik Deutschland. Seit Wochen wird das Bauwerk von alten Einlagerungen und Problemstoffen befreit. Im nächsten Jahr wird der Bunker dann an die Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten abgegeben und vermutlich von selbiger veräußert. Am 25. Februar haben Sie somit die letzte Gelegenheit einer Besichtigung. mehr...

 

Tage der Industriekultur mit unter-hamburg

 

An drei Tagen im August 2011 (19. bis 21.) fanden in der Metropolregion Hamburg die ersten Tage der Industriekultur statt. Obwohl der August traditionell mit diversen Großveranstaltungen vollgepackt ist, waren die von uns kostenlos angebotenen Rundgänge im Bergedorfer Eiskeller gut besucht. Durch die überregional beworbene Veranstaltung wurde dieses wunderbare Bauwerk auch jenseits der hamburgischen Grenzen bekannt.mehr...

 

Aufnahme: Martin Greese

 

 

Neues aus Schleswig-Holstein:

Bunker "Simon" - ein weiterer Regierungsbunker öffnete 2011 erstmals seine Pforten

 

Zum ersten Mal bestand in diesem Jahr die Möglichkeit einer Besichtigung eines weiteren Regierungsbunkers in Schleswig-Holsteins. Schon Anfang der 50er-Jahre machte man sich Gedanken über eine Konfrontation mit dem Ostblock und suchte nach Möglichkeiten die eigene Landesregierung arbeitsfähig zu erhalten. Als im Jahre 1952 die Akademie Sankelmark an gleichnamigen Ort eröffnet wurde, war die Verwendung der Schulungs- und Tagungsräume, für den Kriegsfall, als Ausweichsitz der Landesregierung vorgesehen. Bis in die 80er-Jahre wurde das Objekt größer ausgebaut und die Bunkerkapazität nahezu verdoppelt. Bis in die 2000er-Jahre durfte auch über diesen Bunker nicht geredet werden.... mehr...

 

Die nächsten Führungen:

 

  • Nächste Führungen durch den Tiefbunker am Berliner Tor
    Fr., 31.12.2011, 12.00 Uhr sowie
    Sa., 28.01.2012,
    Sa., 25.02.2012 mehr...
  • Letzter Rundgang Hochbunker Wendenstraße
    Sa., 25.02.2012, 10.00 Uhr mehr...
  • Nächster Rundgang Eiskeller Bergedorf
    So., 26.02.2012, 11.00 Uhr mehr...

Weitere Infos: mehr...

Wie freuen uns auf Ihre Anmeldung: mehr...


 

 

Besinnliche und friedvolle Festtage wünscht das Team von unter-hamburg e.V.

 

 

 

Mitarbeit bei „unter hamburg e.V.“

 

Sie haben historisches Interesse, Spaß im Umgang mit Menschen und interessieren sich besonders für Gebäude im Untergrund und ihre Geschichte? Wie man aktiv im Verein „unter hamburg“ mitmachen kann, erläutert wir auf unserer Homepage auf der Seite mitarbeit. mehr...

Interesse an einer Mitgliedschaft? Melden Sie sich einfach unter Tel. 040 / 682 67 560 oder per E-Mail. Wir laden Sie gerne zu unserem nächsten Vorstellungsabend ein.

 

 

Informationen über "unter hamburg e.V."

 

  • Der Verein - unsere Zielsetzung mehr...
  • Hintergrund der Arbeit von "unter hamburg e.V."  mehr...
  • Informationen zur Gemeinnützigkeit und Vernetzung von "unter hamburg e.V." mehr...
  • Individuelle Führungen für Gruppen, Betriebe, VHS-Kurse oder Schulklassen können flexibel vereinbart werden mehr... 
  • Wir freuen uns selbstverständlich auch über Informationen von Zeitzeugen, Anregungen sowie ggf. auch Lob und Kritik mehr... 

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