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Das Bismarck-Denkmal – Koloss auf hohlen Füßen

 

von Jörn Lindner

 

Wohl um kaum ein anderes Denkmal in Hamburg ranken sich derart viele Mythen wie um das Bismarck-Denkmal. Weithin bekannt ist die Tatsache, dass sich unterhalb der Statue ein Hohlraum befindet, der von 1939 bis 1941 als Luftschutzraum umgebaut und mit Wandmalereien versehen wurde. Darüber hinaus werden immer wieder weitreichende Tunnel- und Stollenanlagen vermutet, deren Existenz allerdings bezweifelt werden darf. Doch wie kommt es zu dieser Mythenbildung? Dies hängt ursächlich mit der Entstehung und propagandistischen Nutzung des Denkmals in allen politischen Zeiten zusammen, die in Teilen bis heute fortwirkt.

 

Der Bau des Bismarck-Denkmals

 

Nach Bismarcks Tod am 30. Juli 1898 folgte eine Welle von Denkmalprojekten im gesamten Reich, um dessen Verdienste für die Reichseinigung zu würdigen. Mit insgesamt 600 Einzelanlagen übertraf die Zahl letztendlich die der Denkmäler für Kaiser Wilhelm I.(1) Hamburg verfolgte dabei das Ziel, das eigene Denkmal deutlich von der Vielzahl der Bismarck-Säulen abzugrenzen. So sollte das Monument die divergierenden, ja sich innerhalb des Reiches voneinander entfremdenden sozialen Schichten – wie etwa das Bildungsbürgertum von der neuen Industriegesellschaft – wieder zusammenführen und die soziale Verunsicherung überwinden.(2) Das Denkmal sollte „die Voraussetzungen für ein Symbol mythischer Prägung [schaffen; J.L.], das die Interessen Hamburgs und des Reiches, bürgerliche und nationale Ambitionen sinnbildlich vereinigen.“(3) Doch dies gelang nur im Bürgertum: Die Arbeiterschaft lehnte das Denkmal kategorisch ab.(4)

 

Künstler-Schriftzug am Denkmal. Aufnahme: Timo Schiel

Der erste Spendenaufruf erfolgte in Hamburg 1898 vor dem Hintergrund der Erinnerung an die „unsterblichen Verdienste des Fürsten für die Einheit des Vaterlands und sein Denkmal als Mahnung an die Treue zu Kaiser und Reich“ und wurde v.a. von Mitgliedern des „Alldeutschen Verbandes“ getragen.(5) Ein prominent besetzter Ausschuss wurde mit der Realisierung beauftragt – neben den beiden Bürgermeistern gehörten diesem der Bürgerschaftspräsident sowie zahlreiche Museumsdirektoren, Architekten, Kaufleute und Bankiers an. Die Spendenbereitschaft blieb jedoch deutlich hinter den Erwartungen zurück, so dass das Projekt nicht weiter verfolgt wurde.(6)

 

Im Rahmen des 1901 erneut ausgelobten Wettbewerbs entstand neben der Frage des Standortes – ursprünglich waren auch Blankenese oder der Jungfernstieg vorgesehen(7) – eine hitzige Debatte über die Ausformung: eine figürliche Darstellung der wilhelminischen Repräsentationsplastik oder eine abstrakte Monumentalität. Letztlich entschieden sich die Kuratoren für den Entwurf von Emil Schaudt und Hugo Lederer, der Bismarck als überlebensgroßen Roland – den Schutzpatron der freien Städte – darstellte.(8)

 

 

Aufnahme: Martin Greese

Bismarck – der Hamburger Roland

 

Doch bereits bei der Auswahl des Entwurfs wurde deutlich, dass die von den Künstlern avisierte Summe von 400.000 M nicht ausreichen würde. Daher wurde auf weitere Bestandteile des Entwurfs – z.B. die ursprünglich geplante breite Freitreppe oder Anbringung von Reliefplatten – verzichtet und die Honorarforderungen der beiden Architekten auf die Hälfte gekürzt. Die Gesamtkosten beliefen sich im Endeffekt auf 503.000 M.(9) Die Bauphase, die 1902 begann - 1903 erfolgte die Grundsteinlegung – war daher auch geprägt von Unstimmigkeiten zwischen den Künstlern und dem Komitee und entzündete sich an Details der figürlichen Darstellung wie Größe, Falten des Umhangs, Handhaltung oder Länge des Halses der Adler. Allein aus der Vergrößerung der Figur um fast 2 m erhöhte sich deren Gewicht um 90 t, was eine kostspielige, nachträgliche Erweiterung der Fundamente nötig machte. Ende 1904 war der Sockel fertiggestellt. Die 14,8 m hohe Statue ruht auf einem Gebäude ähnlichen runden Sockel. Er ist aus starken Außenmauern konstruiert. Acht Seitenstreben tragen das Gewicht mit und verteilen den Druck. In der Mitte des Sockels befindet sich ein runder Raum von 3,7m Innendurchmesser. Er bildet mit seiner 1,30 starken Umfassungsmauer den stabilen Kern des Sockels. Der Raum läuft nach oben konisch zu; er ist von einer kleinen Plattform aus begehbar.

 

Am 23. August 1905 war der Rohbau der Figur abgeschlossen, im September d.J. begannen die Feinarbeiten. Letztere wurden auf Grund der winterlichen Witterung hinter einem Holzgerüst vorgenommen, das im Arbeitsbereich dank modernster Technik über elektrisches Licht verfügte, weswegen in der Bevölkerung Mutmaßungen über das neue Monument angestellt wurden und dieses sogleich in eine Reihe mit den acht Weltwundern – der Sphinx und den Pyramiden – gestellt wurde. Die feierliche Eröffnung erfolgte am 02. Juni 1906.(10)

 

 

Die symbolische Aufladung des Denkmals

 

Bereits vor 1906 betrieb der „Alldeutsche Verband“ eine nahezu religiöse Bismarck-Verehrung. Die alljährlichen Kranzniederlegungen im Mausoleum im Sachsenwald wurden zu „Wallfahrten“ bzw. „Pilgerfahrten“ zu einem „Heiligtum“ stilisiert, da das Erbe des ehemaligen Reichskanzlers als „heilig“ galt.(11) Die entsprechende Agitation des Verbandes wurde 1906 auch „belohnt“, da die Organisation nicht nur zur feierlichen Eröffnung des Denkmals, sondern auch zu dem im Anschluss stattfindenden „Bismarck-Kommers“ eingeladen wurde.(12)

 

Denkmalsockel. Aufnahme: Timo Schiel

Während der Phase des Wettbewerbs war die Darstellung von Bismarck als Roland in der Hamburger Bevölkerung jedoch zunächst umstritten: Die Vorwürfe schwankten von lächerlicher Überhöhung bis hin zur Überbetonung der Wehrhaftigkeit, die die Idealisierung Bismarcks als „väterlichen Freund“ überlagerte.(13) Dies lässt sich auch in dem bis heute in Hamburg tradierten Mythos finden, das weltoffene Hamburger Bürgertum hätte Bismarck derart ablehnend gegenübergestanden, dass das Denkmal der Stadt den Rücken kehre. Dem widersprechen v.a. die schiere Größe des Denkmals – das größte im Deutschen Reich –, die Präsenz und Wirkung völkisch-konservativer Kreise in der Hamburger Politik und die Einbindung des Denkmals in einen nationalen Mythos.(14) Darüber hinaus war bereits im Künstlerentwurf vorgesehen, dass der Roland mitnichten der Stadt den Rücken kehrt, sondern vielmehr „die Wacht nach dem Weltmeer halten sollte“(15) und zwar in Richtung Nordwesten – dem Gegner im maritimen Wettrüsten bzw. im Großmachtstreben des Deutschen Reiches, Großbritannien zugewandt. Und so galt das Denkmal bereits 1915 als „ein im Nationalbewusstsein verankertes Hamburger Wahrzeichen.“(16)

 

 

Ein Denkmal wird zur Ikone

 

Nach dem Ersten Weltkrieg verlor das Denkmal jedoch seine integrierende Wirkung und wurde Symbol rechter, rückwärtsgewandter, antirepublikanischer Kreise. So stellten beispielsweise der schon genannte „Alldeutsche Verband“ und sein Ableger, der „Deutsch-völkische Schutz- und Trutzbund“(17) – die beide in der Hansestadt starke Aktivitäten entwickelten – die Darstellung des Bismarck als Roland ikonographisch in das Zentrum ihrer Propaganda. Gleichzeitig wurden die alljährlichen Hamburger „Bismarckfeiern“ – in deren Rahmen große Fackelumzüge zum Bismarckdenkmal stattfanden – zum Schauplatz der politischen Auseinandersetzungen linker und rechter Kreise in der Stadt. Zum Höhepunkt dieser Konflikte kam es 1929, als die Polizei eine Gegenkundgebung linker und republikanischer Kreise auf dem Zeughausmarkt mit Schlagstöcken und Waffengewalt auflöste. Dennoch verlor das umstrittene Bismarckdenkmal nicht seine Funktion als ein Wahrzeichen der Stadt Hamburg.(18)

 

Die Vereinnahmung des Denkmals durch die NS-Bewegung

 

Bismarck wurde als politische Ikone vor allem vom rechtsradikalen politischen Spektrum vereinnahmt: Adolf Hitler ließ sich bereits 1925 vor Bismarck-Portraits ablichten. In Hamburg herrschte sogar eine personelle Kontinuität, da ein DNVP-Mitglied bereits im Ausschuss zur Errichtung des Denkmals gesessen hatte. Bereits 1931 fiel bei denen, von der DNVP unter Teilnahme der NSDAP organisierten Bismarck-Feier der Satz: „Der Geist Bismarcks wird auch das dritte deutsche Reich begründen.“(19) Während die DNVP damit ihrer Forderung nach der Wiedereinführung der Monarchie Ausdruck zu geben versuchte, intendierte die NSDAP, den Bismarck-Mythos für die eigene Propaganda zu besetzen und damit weite Teile des Bürgertums für ihre Ziele gewinnen zu können. Anfangs nutzte die NSDAP den Bismarck-Mythos zur Konstruktion eines historischen Standbeines des neuen „Dritten Reiches“, was sich z.B. in Darstellungen von Adolf Hitler neben Bismarck ausdrückte. So galt Bismarck auch als der „Schöpfer“ der schwarz-weiß-roten Reichsflagge. Allerdings vereinnahmte die NSDAP mehr und mehr den Bismarck-Kult. So wurde eine Kontinuität über Friedrich den Großen, über Bismarck und Hindenburg bis zu Hitler hergestellt. Diese Vereinnahmung wurde jedoch nach 1935 mehr und mehr zurückgefahren, auch wenn ein Aufmarsch mit 800 Teilnehmerinnen des BDM zu den Sonnenwendfeiern 1939 von Konerding nicht als „singuläres Ereignis“ beschrieben wird.(20) „Dem national-konservativen Bürgertum, das noch bei den Reichstagswahlen im März 1933 mit DNVP, DVP und Stahlhelm als „Kampffront Schwarz-wei߬-rot“ gegen die NSDAP angetreten war, sollte nicht wie gegenüber der Weimarer Republik eine Möglichkeit der offiziellen Distanzierung im nationalsozialistischen Staat gegeben werden.“(21)

Beschriftung in einem der ehemaligen Eingangsbereiche
Aufnahme: Archiv unter hamburg e.V.

So wurde z.B. die schwarz-weiß-rote Reichsflagge zugunsten der Hakenkreuzflagge abgeschafft. Gleichsam verlor Alfred Rosenberg den internen Machtstreit mit Goebbels um die Vormachtstellung im Propagandaapparat des „Dritten Reiches“.(22) In der Folgezeit blieb Hitler bei offiziellen Veranstaltungen dem Denkmal – z.B. den offiziellen Kranzniederlegungen anlässlich des Stapellaufes des Schlachtschiffes BISMARCK – fern. „Die in den Ansprüchen und Grenzen des Bismarck’schen Reiches wurzelnde nationale Symbolkraft des Monuments hatte offenbar gegenüber den imperialen Ambitionen des Führers ausgedient.“(23) So trat das Denkmal auch in architektonischer Hinsicht hinter den nationalsozialistischen Bauvorhaben – der Umgestaltung des gesamten Elbufers – weit in den Hintergrund. Das geplante „Gau-Hochhaus“ wäre knapp doppelt so hoch geworden.(24)

 

 

Sitzmöglichkeit im Untergeschoss. Die Holzauflagen
sind vermutlich beim Rückbau verschwunden.
Der Notausstieg führt in den benachbarten Raum.
Aufnahme: Timo Schiel

Die Nutzung des Bismarck-Denkmals im Rahmen des Luftschutzes in Hamburg

 

Vom 13. November 1939 bis zum 10. Februar 1941 wurden die Gewölbe des Bismarck-Denkmals, die ursprünglich der Entlüftung der Anlage dienten, im Rahmen der Luftschutzbauprogramme an der Helgoländer Allee zu allgemeinen Luftschutzräumen ausgebaut. Hierzu wurden die Fundamente mit Beton verstärkt und eine Zwischendecke eingezogen, so dass Ober- und Untergeschoss entstanden. Gleichzeitig wurden im Bereich der vorhandenen Strebepfeiler Zwischenwände gezogen, so dass die runde Grundfläche kreissegmentartig in acht Räume mit bis zu 950 Plätzen(25) unterteilt wurde. Die Zugänge erfolgten durch drei Treppenanlagen mit Gasschleusen. Geplant waren u.a. Toiletten und Geräteräume.(26) Auf Grund der Tatsache, dass sich zum damaligen Zeitpunkt keine Wohnbebauung in der Nähe befand, vermutet Christiansen eine Entlastungsfunktion für die Anlagen am Hafenrand.(27) Dies erscheint insbesondere durch die Nähe des Hafenkrankenhauses bzw. der Tatsache, dass sich unter der benachbarten Kersten-Miles-Brücke ebenfalls zwei Schutzräume befanden, plausibel.

 

 

Mysteriöse Malereien

 

Innerhalb des Gebäudes befinden sich bis heute Wandmalereien, deren zeitlicher Ursprung bis heute ungeklärt ist. Sie sind entweder während der Bauarbeiten oder nach deren Abschluss aufgebracht worden. Nach Schilling widersprechen die Darstellungen jedoch vergleichbaren Inszenierungen des Nationalsozialismus. Sie weisen eine individuelle Prägung auf. „Im Grundzug bestehen sie aus Schriftzügen, über denen sich unterschiedliche – mehr oder weniger ornamentale – Symbole befinden. Großbuchstaben sind hell (weiß) von der schwarzen oder roten Schrift abgehoben. Jede Raumdecke trägt einen zwei- bis vierzeiligen Spruch.“ Im zentralen Raum ist ein fünfzeiliger Spruch aufgebracht und im Zenit des 15 m hohen Kegels befindet sich ebenfalls eine Malerei.(28) Im Einzelnen handelt es sich um Bismarck-Zitate aus zwei populären Veröffentlichungen, die der „Alldeutschen Verband“ bereits 1915 in dieser Form als Kranzschleife am Bismarckdenkmal verwendete. Die Zitate wurden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang gerissen und v.a. in einen völkischen Kontext gestellt.(29)

 

Interessanterweise fanden insbesondere Symbole Verwendung, die von NS-Bewegung und völkisch-konservativen Kreisen gemeinsam genutzt wurden – etwa der preußischer Adler (den völkische Verbände in den 1920er Jahren als Wappentier führten, so etwa die DNVP), oder Eichenlaub (Stamm- und Lebensbaum bzw. ebenfalls als Wappen deutsch-nationaler Verbände wie dem „Alldeutschen Verband“ oder dem „Deutschnationalen Handlungsgehilfen-Verband“) und im zentralen Raum unter der Statue eine Darstellung des Familienwappens der Familie Bismarck, einen großen Reichsadler sowie das Hakenkreuz als Sonnenrad – auch Zeichen der „Bismarckjugend“, dem Jugendverband der DNVP.(30)

 

Auch geht die Farbgebung der einzelnen Malereien auf das Kaiserreich oder die frühen völkischen Verbände wie etwa „Die Wikinger“ (1911) oder die „Deutsche Glaubensgemeinschaft“ (1920) zurück. Beide Verbände wurden in der Frühzeit des „Dritten Reiches“ von Alfred Rosenberg(31) im Rahmen der „weltanschaulichen Schulung“ der NSDAP wieder- bzw. weiterverwendet.(32) In der Anfangszeit des Regimes – in der Phase der Machtsicherung – wurden hier zahlreiche mythische und religiöse Elemente verwendet. Von den liturgischen Anteilen der Nürnberger „Reichsparteitage“ bis hin zum Versuch der Einführung von so genannten „Thing-Theatern“.(33)

 

Insgesamt unterscheiden sich die Wandmalereien jedoch grundlegend von anderen Malereien in Bunkerbauwerken, wie z.B. im Röhrenbunker an der Oberaltenallee.(34) Schilling geht daher davon aus, dass sie nicht originär zur Unterhaltung der Schutzsuchenden angebracht wurden, sondern dass das Bismarckdenkmal nach dem „Endsieg“ im Rahmen des nationalsozialistischen Totenkultes als eine nationale „Weihestätte“ Verwendung finden sollte. Vergleichbar mit der „Hindenburg-Ehrenhalle“, dem „Tannenberg-Ehrenmal“ oder der Wewelsburg, sollte auch das Hamburger Bismarckdenkmal in den nationalsozialistischen Gründungsmythos des „Dritten Reiches“ integriert werden.(35) „Die Deckenmalereien der acht Räume könnten den Versuch darstellen, eine Übereinstimmung traditioneller, nationalistisch-völkischer Vorstellungen und nationalsozialistischer Ideologie zu konstruieren.“(36) Die Interpretation von Christiansen geht in eine ähnliche Richtung.(37) Bei dieser Interpretation im Rahmen der Betrachtung des Nationalsozialismus als Politische Religion ist jedoch zu berücksichtigen, dass die verwendete Symbolik in der NS-Propaganda 1939/1940 fast schon als Anachronismus galt. Reichspropagandaminister Joseph Goebbels hatte der Propaganda nach der Entmachtung von Alfred Rosenberg 1938 eine komplett neue Ausrichtung gegeben und der neogermanischen, national-völkischen Interpretation der deutschen Geschichte nur noch wenig Beachtung geschenkt.(38) Auch die Tatsache, dass dem Bismarck-Denkmal von Seiten der offiziellen Pläne nur eine untergeordnete Rolle zukam – wie man z.B. an der Nichteinbindung in die Feiern zum Stapellauf der BISMARCK ablesen kann –, zeigt, dass die von den Autoren vermutete Amalgamierung der nationalkonservativen Propaganda durch nationalsozialistische Stellen nicht gegeben ist. Die Schlussfolgerung von Christiansen greift hier eindeutig zu kurz.(39) Es ist vielmehr zu vermuten, dass hier eine kleine Gruppe – vermutlich aus dem in Hamburg äußerst starken national-konservativen, völkischen Bürgertum (DNVP, Alldeutscher Verband, Deutschvölkischer Schutz- und Trutzbund) – versuchte, ihre politische Traditionen im „Dritten Reich“ neben der NSDAP zu konservieren.

 

Eine weitere mögliche Verbindung hierzu kann auch die Premiere des NS-Propagandafilms „Bismarck“ (Regie Wolfgang Liebeneiner) sein, der im Jahr 1940 in die Kinos kam.(40)

Probsthayn vermutet dagegen als Ursprung eine Gruppe von SS-Dienstgraden, die das Bauwerk selbst ausgestaltet hätten. Da der Autor aber gleichzeitig Reliefdarstellungen im Bauwerk vermutet, die in keiner anderen Quelle dokumentiert wurden, ist seine Darstellung reine Spekulation.(41)

 

Raum mit - im Rahmen der Kriegsschädenbeseitiung -
herausgebruchener Zwischendecke. Aufnahme: Timo Schiel



Rauchverbot im Luftschutzraum. Aufnahme: Timo Schiel

Das Bismarck-Denkmal nach 1945

 

Durch einen Bombeneinschlag in unmittelbarer Nähe des Denkmals entstanden Senkungen und Verschiebungen, die 1949/1950 auf Grund fehlender Haushaltsmittel nur provisorisch beseitigt wurden. In der Folgezeit drang Wasser in das Bauwerk ein und führte zu großen Schäden an der Betonkonstruktion.(42) In der Nachkriegszeit avancierten die Gewölbe zu einem „Transithotel der Verwahrlosten“(43) – Obdachlose nutzten es als Nachtquartier –, weshalb die Zugänge 1950 vermauert wurden. Nach offizieller Darstellung wurde dagegen der Luftschutzkeller komplett entfernt, da der „Aufenthalt darin gefährlich geworden [war; J.L.].“(44)

 

In den 1950er Jahren nutzten vor allem konservative Kreise das Symbol des Bismarckdenkmals für ihre politische Arbeit, die sich in ihrem Duktus wenig von dem der 1930er Jahre unterschied.

Dies bildete jedoch kein Hindernis, das Bauwerk im März 1960 in die Hamburger Denkmalliste aufzunehmen, was auch Pläne zur IGA 1963 verhinderte, das Monument abzureißen und gegen einen Aussichtsturm auszutauschen.(45) Die im Bauwerk befindlichen, propagandistischen Malereien wurden dabei schlichtweg ignoriert. Vielmehr schloss der Leiter des Hamburger Denkmalschutzamtes 1964 eine politische Aufladung des Denkmals kategorisch aus.(46) Gemäß des Umgangs mit der ungeliebten neueren Geschichte in der noch jungen Bundesrepublik, wurde auch in Hamburg der Versuch unternommen, das Denkmal dem Blick der Öffentlichkeit zu entziehen, was die Größe naturgemäß erschwerte. Es folgten umfangreiche Anpflanzungen fast ausgewachsener Bäume. Bis in die 1980er Jahre fand ein unpolitischer Umgang mit dem Monument statt, so dass sich auch wenig Widerstand gegen die Initiative des nationalkonservativen „Bund für Denkmalpflege e.V.“ erhob, die 1998 eine Reinigung des Denkmals anlässlich des 100. Todestages von Bismarck und 2003 eine nächtliche Illumination durchsetzten.(47)

 

 

Insgesamt ist das Bauwerk durch die 1950 nur provisorisch vorgenommene Beseitigung der Kriegsschäden sanierungsbedürftig, zumal sich das gesamte Denkmal seit den 1970er Jahren in östliche Richtung neigt.(48)

 

 

 

Fazit

 

Eigentlich handelt es sich bei dem Hohlraum unter dem Hamburger Bismarck-Denkmal um ein unspektakuläres Luftschutzbauwerk: Ein Ausbau vorhandener Infrastruktur zu einem „Bunker“. Doch die mythische Überhöhung des Denkmals durch seine jeweilige politische Deutung und Nutzung ließ Raum für zahlreiche Spekulationen, Gerüchte und Geschichten, die allesamt nach dem Prinzip der „Stillen Post“ funktionieren, wodurch die schlichte Wahrheit mehr und mehr verschwamm.

 

Doch eine Öffnung des Bismarckdenkmals für die Öffentlichkeit, um somit die Wahrheit ans Licht zu bringen, ist angesichts der politischen Geschichte des Denkmals schwierig. Dennoch gibt es zahlreiche Forderungen in diese Richtung.(49) Es wären jedoch umfangreiche Erläuterungen des Bauwerks und seiner Entstehungs-, Nutzungs- und Rezeptionsgeschichte nötig, um nicht der Monumentalität des Bauwerks zu erliegen, wie es bis heute noch in einigen Stadtführern zu finden ist.

 

Denkmal-Konstruktion vor 1939 (Ausschnitt / Planmaterial: LSBG)

 

Denkmal-Konstruktion ab 1939 (Ausschnitt / Planmaterial: LSBG)

 

Denkmal-Konstruktion ab 1939 Grundriss Obergeschoss (Ausschnitt / Planmaterial: LSBG)

 

Denkmal-Konstruktion ab 1939 Grundriss Untergeschoss (Ausschnitt / Planmaterial: LSBG)

 

Baulicher Zustand als Luftschutzraum, 1940er-Jahre: Die wichtigesten baulichen Veränderungen im Rahmen der Umbauarbeiten zum Luftschutzraum, waren...
  • das zufachen/zumauern der acht seitlichen Stützstreben um den Mittelzylinder
  • das Auskoffern von Erdreich und Erstellung der jetzigen Denkmalsohle
  • der Bau von drei Treppenanlagen, für fünf Zugänge in den Sockel
  • das Einziehen einer Zwischendecke und einer massiven Verstärkung der Gewölbedecke, mit Beton, nach innen
  • der Einbau von Sanitäranlagen

 

Rundumgang. Jeder Raum war per Tür von dem
jeweils angrenzenden Raum separiert.
Aufnahme Timo Schiel

Obergeschoss mit Lüftungsöffnung. Vermutlich befanden sich hier
auch die Lüftungsgeräte für den Luftschutzraum
Aufnahme: Archiv unter hamburg e.V.


Zugemauerter Ausgang. Dahinter befand sich
einer der Treppenaufgänge. Aufnahme Timo Schiel

 

 

Schwert in der völkischen Farbkombination
blau-gold. Alle Bilder zeigen eine deutliche
Verbindung von deutschvölkischer mit
nationalsozialistischer Ideologie.
Aufnahme Timo Schiel

Reichsadler in klassischer preußischer Ikonographie.
Aufnahme Timo Schiel


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Die "Schwarze Sonne" ist ein klassischs Symbol völkischer Verbände,
hier jedoch mit einem Hakenkreuz in der Mitte, was nur äußerst
selten in dieser kombinierten Form dargstellt wird.
Aufnahme Timo Schiel

 

 

Denkmalmitte mit Reichsadler.
Aufnahme Timo Schiel

Ebenfalls in der Denkmalmitte: Wappen der Familie Bismarck.
Aufnahme Timo Schiel


Auch Graffiti jüngeren Datums sind zu finden.
Aufnahme Timo Schiel

 

 

 

 

Standort des Denkmals auf Google maps mehr...

 

 

Anmerkungen (1) Schilling, Jörg: „Distanz halten“. Das Hamburger Bismarckdenkmal und die Monumentalität der Moderne, Hamburg 2006, S. 35. Zu anderen Bismarck-Denkmälern vgl. Krauskopf, Kai: Monumente von Stein und Feuer – Die architektonischen Bismarckdenkmäler, in: Kulturbehörde Hamburg (Hrsg.): Das Bismarckdenkmal in Hamburg 1906-2006. Beiträge zum Symposium „Distanz halten“. 100 Jahre Hamburger Bismarckdenkmal, Hamburg 2006, S. 69-75. (2) Schilling, Jörg: „Ein Bismarck und kein Popanz“. Das Hamburger Bismarckdenkmal 1898-1908, in: Kulturbehörde Hamburg (Hrsg.): Das Bismarckdenkmal in Hamburg 1906-2006. Beiträge zum Symposium „Distanz halten“. 100 Jahre Hamburger Bismarckdenkmal, Hamburg 2006, S. 30-45, S. 31. (3) Schilling: „Distanz halten“, S. 74. (4) Konerding, Volker: Technischer Zustand und Zukunftsperspektiven des Hamburger Bismarckdenkmals, in: Kulturbehörde Hamburg (Hrsg.): Das Bismarckdenkmal in Hamburg 1906-2006. Beiträge zum Symposium „Distanz halten“. 100 Jahre Hamburger Bismarckdenkmal, Hamburg 2006, S. 108-114, S. 108. (5) Zit.n.: Schilling: „Distanz halten“, S. 35. Hering, Rainer: Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1939, Hamburg 2003, S. 232. Otto von Bismarck wurde am 01. April 1815 in Schönhausen geboren, 1847-1852 Abgeordneter der ständisch-konservativen Rechten im Preußischen Landtag, 1851-1862 preußischer Gesandter, u.a. in St. Petersburg und Paris. 1862 Ernennung zum preußischen Ministerpräsidenten durch Wilhelm I. Durchsetzung der preußischen Heeresreform gegen den Landtag, Trias der Reichseinigungskriege, Gründung des Norddeutschen Bundes zur Vorbereitung der kleindeutschen Lösung. Proklamation des deutschen Kaiserreiches am 18. Januar 1871, in der Folge Bündnispolitik gegen Frankreich sowie umfassende innenpolitische Reformen (Sozialgesetze: Kranken- und Altersversicherung) als Versuch, die aufstrebende Arbeiterbewegung zu kontrollieren und einzudämmen. Entlassung durch Wilhelm II. am 20. März 1890, gestorben in Friedrichsruh am 30. Juli 1898 (Fiege, Hartmut: Hamburger Denkmäler erzählen Geschichte, Hamburg 1980, S. 84 ff.). (6) Schilling: „Distanz halten“, S. 35 ff.; Fiege: Hamburger Denkmäler, S. 86. (7) Schilling: „Ein Bismarck und kein Popanz“, S. 32 f. (8) Insgesamt wurde das Denkmal 59,30m hoch, davon die Statue 14,80m; Es wurden insgesamt 100 Granitblöcke in 10 Schichten verbaut (Plagemann, Volker: Vaterstadt, Vaterland… Denkmäler in Hamburg, Hamburg 1986, S. 104; Schilling: „Distanz halten“, S. 38 ff., S. 93, S. 100 ff.). (9) Schilling: „Distanz halten“, S. 89, S. 152f., S. 157; Fiege: Hamburger Denkmäler: S. 88; Plagemann: „Vaterstadt, Vaterland..., S. 103 ff. (10) Insgesamt hat das Denkmal eine Höhe von 34,3 m, der Sockel einen Durchmesser von 28,5 m, das Schwert eine Lägen von 10 m, der Mittelfinger von 1 m. Schilling: „Distanz halten“, S. 154 ff., 159 f., 162 ff.; Plagemann: Vaterstadt, Vaterland..., S. 104; Konerding: Technischer Zustand, S. 108; Architekten- und Ingenieurverein e.V. (Hrsg.): Hamburg und seine Bauten, Hamburg 1914, S. 599 ff. (11) Hering: Konstruierte Nation, S. 229 f. (12) Ebd., S. 232. (13) Schilling: „Distanz halten“, S. 107 f.; Zur Kontroverse vgl. den Aufsatz von Witt, Martina: „Ein Bismarckdenkmal gehört nach Hamburg überhaupt nicht.“, Hamburg 1906; Plagemann: „Vaterstadt, Vaterland...“, S. 105. (14) Vgl. Hering: Konstruierte Nation, S. 223 ff. (15) Schilling: „Ein Bismarck und kein Popanz“, S. 33. (16) Ebd., S. 39. (17) „Der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund, ein Tochterverein des AV mit dem Ziel der Verbreitung von Antisemitismus, war 1922 in die Vorbereitung und Ausführung der Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau verstrickt und deswegen aufgelöst wurde“. (Hering: Konstruierte Nation, S. 492 (Zitat), 268). Schilling: „Distanz halten“, S. 325 ff.; S. 331 ff.; Schilling: „Ein Bismarck und kein Popanz“, S. 39 f.; Hering: Konstruierte Nation, S. 264 ff. (18) Schilling: „Distanz halten“, S. 325 ff.; S. 331 ff.; Schilling: „Ein Bismarck und kein Popanz“, S. 39 f.; Hering: Konstruierte Nation, S. 264 ff. (19) Schilling: „Distanz halten“, S. 330. (20) Konerding: Technischer Zustand, S. 100. (21) Schilling: „Distanz halten“, S. 368. (22) Ebd., S. 365, 366ff., Zitat: 368. (23) Ebd., S. 366. (24) Ebd., S. 333. (25) ZB-Bunkerliste Innenbehörde Hamburg von 1958 (26) Ebd., S. 334, 355, 358 f.; Akte Plankammer Tiefbauamt Brücken- und Ingenieurbau J11-2; Christiansen, Ulrich: Hamburgs dunkle Welten. Der geheimnisvolle Untergrund der Hansestadt, 2. Auflg., Hamburg 2010, S. 168 f. (27) Christiansen: Hamburgs dunkle Welten, S. 169. (28) Schilling: „Distanz halten“, S. 355 ff., Zitat: S. 359. (29) „Mit Bismarck daheim und im Felde. Kernworte aus seinen Briefen und Reden“ – 1915 sowie „Was sagt Bismarck dazu? Ein Wegweiser durch Bismarcks Geistes- und Gedankenwelt“ – 1924; Ebd., S. 367 f. (30) Ebd., S. 359 ff., S. 370 f.; Teilabbildungen der Malereien finden sich bei Konerding: Technischer Zustand, S. 111 ff. (31) Alfred Rosenberg, 1893-1946, war bereits Mitglied der Vorläuferorganisation der NSDAP, ab 1923 Chefredakteur („Hauptschriftleiter“ des „Völkischen Beobachter“, Teilnehmer am Hitlerputsch 1923, ab 1928 Vorsitzender der „Nationalsozialistischen Gesellschaft für Deutsche Kultur“, 1929 Gründer und „Reichsleiter“ des „Kampfbundes für Deutsche Kultur“, Autor der Bücher „Pest in Russland. Der Bolschewismus, seine Häupter, Handlanger und Opfer“, „Die Protokolle der Weisen von Zion und jüdische Weltpolitik“ sowie zentral der „Mythus des 20. Jahrhunderts“, ab 1934 „Beauftragter des Führers für die Überwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung der NSDAP“, 1937 noch Nationalpreisträger für Kunst und Wissenschaft, 1938 von Hitler zum Herausgeber des „Völkischen Beobachter“ degradiert. Ab 1940 als „Reichsleiter“ für den Raub „herrenlosen Kulturguts von Juden“ zuständig, ab 1941 Chef der Zivilverwaltung des „Reichskommissariats Ostland“, 1945 verhaftet, Todesurteil in den Nürnberger Prozessen (Klee, Ernst: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt/Main 2003, S. 507 f.). (32) Schwarz-weiß-rot bzw. blau-gold, s. Schilling: „Distanz halten“, S. 368. (33) Longerich, Peter: Nationalsozialistische Propaganda, in: Bracher, Karl-Dietrich/Funke, Manfred/Jacobsen, Hans-Adolf (Hg.): Deutschland 1933-1945. Neue Studien zur nationalsozialistischen Herrschaft, 2. Auflg., Bonn 1993, S. 309 f.; Reichel, Peter: Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus, 3. Auflg. München 1996, S. 208 ff.; Benz, Wolfgang: Konsolidierung und Konsens 1934-1939, in: Broszat, Martin/Frei, Norbert: Das Dritten Reich. Ursprünge, Ereignisse, Wirkungen, Freiburg/Breisgau, o.J., S. 45-62, S. 60 f. (34) Vgl. Schmal, Helga / Selke, Tobias: Bunker. Luftschutz und Luftschutzbau in Hamburg, Hamburg 2001, S. 112 ff. (35) Schilling: „Distanz halten“: S. 380 ff. (36) Ebd., S. 185. (37) „Die Malereien im Sockel unter dem Denkmal veranschaulichen den Bismarck-Mythos im ‚Dritten Reich’: Der erste deutsche Reichskanzler wird zum konservativen Held stilisiert und verkörperte als solcher die Idee des Nationalismus wie kein anderer. An den anderen Wänden stehen pseudoreligiöse und mythologisch eingefärbte Zitate Bismarcks. Besonders auffällig ist der übergroße Reichsadler innerhalb des Zylinders direkt unter der Statue, über dem ein Sonnenrad in Gelb-Blau [Abb. ebd., S. 143; J.L.] als sakrale Inszenierung erstrahlt.“ (Christiansen, Hamburgs dunkle Welten, S. 169). (38) Longerich kategorisiert die NS-Propaganda in fünf Phasen: In der ersten habe bis 1936 die Friedenspropaganda überwogen, die gleichzeitig die Aufrüstung verbergen sollte. Ihr folgte die offene Wehrpropaganda in Verbindung mit einer intensiven Volkstumspropaganda. Ab Ende 1938 stand die Forderung nach neuem „Lebensraum“ im Mittelpunkt, um die territoriale Expansion zu untermauern. Dem folgte in der Phase der Blitzkriege 1939-1941 eine Fokussierung auf die deutschen Siege, die dann ab 1941/1942 die „Härte“ des Krieges bzw. 1943 auf den „totalen Krieg“ unter dem Diktum „Kraft durch Furcht“ umgestellt wurde (Longerich: Nationalsozialistische Propaganda, S. 310 f.). Rosenberg wurde 1938 von dem seit 1931 als „Pressechef der NSDAP“ tätigen Otto Dietrich ersetzt (Benz: Konsolidierung und Konsens, S. 57. (39) „Die künstlerische Ausgestaltung lässt jedenfalls keinen Zweifel über die Auftraggeber und deren politische Absicht.“ (Christiansen, Hamburgs dunkle Welten, S. 169). Im Gegenteil: Die Auftraggeber sind unbekannt und divergieren ebenso in ihren politischen Absichten, auch wenn sich in letzteren eine deutliche Schnittmenge konstatieren lässt. (40) Chronik – Das „Dritte Reich“, in: Broszat, Martin/Frei, Norbert: Das Dritten Reich. Ursprünge, Ereignisse, Wirkungen, Freiburg/Breisgau, o.J., S.90-146, S. 106. (41) Auf den spekulativen Charakter weißt auch der journalistische Duktus der Darstellung hin; „[…] sich dort nicht nur Reliefs zur deutschen Geschichte befinden sollen, sondern auch ‚Graffiti’ von SS-Schergen und Offizieren, die im Zweiten Weltkrieg unter Ottos Füßen Schutz suchten.[…]“ (Probsthayn, Lou A.: Hamburg geheim, Neuauflg., Heide 2008, S. 92). (42) Schilling: „Distanz halten“, S. 334, Konerding: Technischer Zustand, S. 110, Akte Plankammer Tiefbauamt Brücken- und Ingenieurbau J11-2. (43) Zit.n. Schilling: „Distanz halten“, S. 334. (44) „Bismarckdenkma4l wird repariert“, in: DIE WELT, 30. März 1950. Der Entwurf zum Bericht über die auszuführenden Bauarbeiten spricht jedoch davon, dass die Luftschutzeinrichtungen der beschädigten Räume 2, 3 und 4 entfernt, der Rest des Luftschutzraumes aber im unveränderten Bauzustand [von 1940; J.L.] belassen wurde (Entwurf Urkunde über die Reparaturarbeiten am Bismarckdenkmal im Jahr 1950, in: Akte Plankammer Tiefbauamt Brücken- und Ingenieurbau J11-2). (45) Schilling: „Distanz halten“, S. 335 f., Konerding: Technischer Zustand, S. 113. (46) Schilling: „Ein Bismarck und kein Popanz“, S. 41. (47) Ebd., S. 42 f. (48) Etwa neun Zentimeter auf die Gesamthöhe. Das Sanierungsvolumen beläuft sich auf etwa 2 Mio. € (vgl. Christiansen: Hamburgs dunkle Welten, S. 169; Konerding: Technischer Zustand, S. 108 ff.). (49) Vgl. hier den blinden Aktionismus, verbunden mit dem indirekten, aber vollkommen unzutreffenden Vorwurf, die zuständige Behörde wolle die Aufarbeitung der Geschichte des Bauwerks verhindern: „Durch Nichtbegehung einer der wirklich geheimnisvollen Orte Hamburgs.“, in: Probsthayn: Hamburg geheim, S. 92.

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