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unter hamburg

Das Zweite Deutsche Fernsehen zu Gast bei „unter-hamburg“

 

 

(von Ronald Rossig)

 

 

Der "Hamburger Feuersturm" ist auch über die Grenzen der Stadt hinaus ein wohlbekanntes Schlagwort. Geprägt wurde es von dem Hamburger Feuerwehrmann Hans Brunswig, der war während der Luftangriffe auf Hamburg mit der Beobachtung der Schadensentwicklung beauftragt. Er war einer der wenigen Zeitzeugen, denen es erlaubt war, Fotos von den Bombenschäden anzufertigen. Dies diente der systematischen Aufnahme und Bewertung der Schäden, denn Deutschland wollte diese Schäden nach Erlangung des "Endsieges" seinen unterlegenen Kriegsgegnern in Rechnung stellen. Nach der Vernichtung ganzer Stadtteile Hamburgs wurde von ihm in seinen Berichten das Wort "Feuersturm" verwendet - es beschreibt den Untergang ganzer Straßenzüge in einem Großbrand.

 

Mit der Sendung "Abenteuer-Wissen" vom 27.1.2010 thematisiert das ZDF die Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkrieges. Im Rahmen der Recherchen zur Sendung nahm das ZDF Kontakt mit "unter-hamburg" auf und zeigte Interesse an unserer Arbeit. Es folgte ein interessantes Wochenende mit Drehterminen im Zivilschutzbunker Berliner Tordamm und in der verbunkerten, ehemaligen Befehlsstelle des Hamburger "Reichsstatthalters" Karl Kaufmann.

 

 

Berliner Tor

Dreh am Berliner Tor:

 

"Abenteuer Wissen" ist eine Sendung, in der Fragen gestellt und Antworten gesucht werden. Somit haben wir einen, in unserer Vereinsgeschichte einmaligen Versuch gestartet: Wie sind die Luftverhältnisse in einem Bunker bei extremen Aussentemperaturen? Der Bunker Berliner Tor befindet sich ungefähr 500 m entfernt vom ehemaligen Zentrum des "Feuersturms" über Hammerbrook vom Juli 1943. Nach den Bombenangriffen wurden dort Temperaturen von ca. 1000°C ermittelt-. Geschmolzene Glasflasche belegen dies eindrucksvoll. Am Berliner Tor herrschten zu diesem Zeitpunkt etwa Temperaturen von 200 - 300°C. Was passierte also mit den Schutzsuchenden im Bunkerbauwerk? Nach seinem Umbau zu einer "modernen" Zivilschutzanlage bekam der Bunker einen Vorfilter, der aus mehreren Sandbehältern besteht. Die von der Lüftungsanlage angesaugte Luft strömt zuerst durch den Sand und wird dabei abgekühlt, erst danach wird die Luft von eventuellen Kampfstoffen befreit und von der Lüftungsanlage im Bunker verteilt. Im Jahre 1943 mussten die Lüftungsanlagen bereits nach kurzer Zeit abgeschaltet werden, die Außenluft wurde zu heiß.

 

 

Genau diese Schutzwirkung des Sandfilters wollte das ZDF mit uns zusammen testen. Für diesen Test wurden von der Produktionsfirma echte Spezialisten engagiert - Specialeffect-Profis der Karl-May-Festspiele in Bad Segeberg und der Störtebeker Festspiele auf der Insel-Rügen, die Firma Fred Feuerstein Bräutigam. Mit großen Gasflaschen und verschiedenen Flammenwerfern ausgestattet, sorgten die Feuerwerker für entsprechend hohe Temperaturen im Sandfilter.Der Versuch lief ungefähr eine Viertelstunde und musste dann wegen Sauerstoffmangels beendet werden. In dieser Zeit und bei diesen Temperaturen hat sich die Luft im Ansaugbereich der Lüftungsanlage um wenige Grad erwärmt - der Sandfilter funktioniert also noch.

 

 

 

Bunker des Hamburger Gauleiters

Dreh am "Kaufmann-Bunker":

 

Auch hier konnte "unter-hamburg" dem ZDF bislang Einmaliges bieten. Die verbunkerte ehemalige Befehlsstelle des Hamburger "Reichsstatthalters" ist eines der wenigen, nahezu im Originalzustand erhaltenen Bauwerke der nationalsozialistischen Machthaber - quasi der Hamburger "Führerbunker".

Die Bauart dieses in der Hamburger Bunkerlandschaft einmaligen Bauwerkes kennzeichnet die Wichtigkeit des Hausherren - Wandstärken von bis zu 4 m wurden nicht für Zivilschutzbauten verwendet. Obwohl das Mobiliar im Laufe der jahrelangen Nachnutzungen verschwand, sind die technischen Einrichtungen nahezu vollständig erhalten geblieben. In absehbarer Zeit wird das Bauwerk unter Denkmalschutz gestellt und bleibt somit für eine weitere Auseinandersetzung mit der Geschichte Hamburgs für spätere Generationen erhalten.

 

 

Veranstaltungen:

Nächste Rundgänge in:

Hamburg

27.10.: Bunker Berliner Tor

24.11.: Bunker Berliner Tor

29.12.: Bunker Berliner Tor

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Schleswig-Holstein

"Ludwig" in Planung

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