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unter hamburg

Virtuell den ehemaligen Bunker unter dem ZOB Bergedorf erkunden

Bis April 2008 führte eine unauffällige Treppe mitten auf dem Bergedorfer Bahnhofsvorplatz in die Tiefe. Wo oberirdisch täglich Tausende auf ihren Bus warteten, schlummerte unter der Erde seit Jahrzehnten ein Relikt aus dem Zweiten Weltkrieg und dem Kalten Krieg: ein Vier-Röhren-Bunker. Der alte ZOB aus den 60er Jahren ist mittlerweile abgerissen. Wo vor kurzem noch Busse hielten, eröffnet 2009 ein Einkaufszentrum. Auch der Bunker ist Geschichte: Er musste einer Tiefgarage weichen. Bevor die Bagger rollten, führte der Verein "unter hamburg" mehr als 1000 Interessierte durch das Bauwerk.

Blick in eine der Röhren

Wer den Bunker nochmal betreten möchte, kann jetzt einen virtuellen Rundgang durch das Gebäude starten. Sie können sich mit der Maus völlig frei in dem Gebäude bewegen, jeden einzelnen Raum betreten und überall einen völlig beliebigen Blickwinkel wählen – genau so, als wenn Sie durch den Bunker gehen würden. Eine spezielle Software muss nicht installiert sein, Ihr Internetbrowser muss lediglich JAVA unterstützen. Die Steuerung erfolgt mit Hilfe eines Menüs am unteren Rand. Der virtuelle Rundgang besteht aus 224 Einzelbildern, die zwischen Oktober 2007 und April 2008 entstanden sind. Die Präsentation wird mit der Software PURE Player bereitgestellt.

Der Röhrenbunker wurde zwischen 1941 und 1943 errichtet. Im Zweiten Weltkrieg sollte er vor allem den Reisenden rund um den Bahnhof Schutz vor Luftangriffen bieten. Als Mitte der 60er Jahre der ZOB zum ersten Mal überplant wurde, bezog man den Schutzraum mit ein. Er sollte den neuen politischen Gegebenheiten angepasst werden und wurde zum Schutz vor atomaren, biologischen und chemischen Kampfstoffen komplett umgebaut. Das Bauwerk erhielt unter anderem eine neue Luftfilteranlage, Stühle und Betten, elektrische Einrichtungen sowie die sonst übliche Ausrüstung für Schutzräume - und verschwand schließlich gut versteckt unter der Mittelinsel des ZOBs unter einer Sandaufschüttung. Kostenpunkt der Herrichtung: 170.000 DM. Im "Ernstfall" hätten 180 Menschen 14 Tage in der Tiefe ausharren sollen, um dann evakuiert zu werden. Dieses Szenario hatte - obwohl politisch längst überholt - noch bis 2006 Aktualität. Erst dann wurde der Bunker aufgegeben und der Strom abgestellt. Zwischen Juli 2007 und April 2008 lud der Verein „unter hamburg“ zu Führungen durch das Bauwerk ein. Ende April 2008 erfolgte der Abriss. Dieser dauerte eine knappe Woche.

Ehemaliger Standort des Bauwerkes auf Google maps

Die Präsentation finden sie hier:

Einen weiteren virtuellen Rundgang des Vereins unter hamburg finden Sie hier

Veranstaltungen:

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